Neue Abstraktion? Das Photographische im postdigitalen Zeitalter

Gastvortrag von Dr. Kathrin Schönegg, Kuratorin am C/O Berlin

06. Juli 2020, 16:15-17: 45 Uhr, online

Die Geschichte der Abstraktion ist längste Zeit ohne das Medium Fotografie ausgekommen.
Erst seit der Jahrtausendwende, 50 Jahre nach ihrer Hochzeit in der modernistischen Kunst,
erlebt die Abstraktion eine Renaissance in der Gegenwartsfotografie. Der Vortrag geht der
These nach, dass hinter dieser Wiederkehr der Abstraktion eine selbstreflexive
Auseinandersetzung mit der Materialität und Medialität des Fotografischen im Zeitalter
seines vermeintlichen Verschwindens steht. Mit der Digitalisierung kommt die fotografische
Abstraktion erstmals zur vollen Entfaltung, da die Krisendiskurse, die die abstrakte Wende
der Kunst schon im beginnenden 20. Jahrhundert begleitet haben, im Feld der Fotografie
verspätet einsetzten: Die Rede vom Ende der Fotografie wird erst mit dem Medienwechsel
von analog zu digital laut. Zwei Dekaden nach diesem in den 1990er Jahren beginnenden
Diskurs hat die Digitalisierung eine eigene Geschichte ausgebildet. Heute wird sie von der
Gegenwartskunst befragt – die Form dieser neuen medienanalytischen Fotografie ist das
abstrakte Bild.
Im Anschluss an den Vortrag stellt Dr. Kathrin Schönegg in einer offenen Diskussion das
Berufsbild des Fotokurators vor.


Tagung „Horror – Medien – Räume“

26.03.-28.03.2020

Experimentiertheater, ITM

Organisation und Kontakt: Dr. Peter Podrez (FAU) / Dr. Martin Hennig (Universität Passau)

Mediale Phänomene des Horrors sind heutzutage so en vogue wie vielleicht noch nie. Trotz der Masse und Aktualität der Phänomene – bei ihrer gleichzeitig reichhaltigen historischen Tradition –  werden diese in der akademischen Forschung nach wie vor eher stiefmütterlich behandelt. Die Tagung möchte diese Forschungslücke schließen und sich aus einer breiten, medienkulturwissenschaftlich ausgerichteten Perspektive den wechselseitigen Einflussnahmen und Interferenzen von Medien, Horror und Räumlichkeit auf verschiedenen Ebenen widmen. Dabei besteht ein wesentliches Ziel der Veranstaltung darin, die zentralen gesellschaftlichen Funktionen und ideologischen Einschreibungen von medialen Horror-Räumen herauszuarbeiten. Zunächst stellt sich die Frage nach Topographien des Horrors (Friedhöfe, Krankenhäuser, Psychiatrien oder Laboratorien…) und den gesellschaftlichen Diskursen und Bedeutungen, die in diesen symbolischen Orten kulminieren. Diese räumlichen Konstellationen unterliegen historischen Entwicklungen und medial unterschiedlichen Inszenierungsweisen. Dabei müssen auch die medialen Dispositive in den Blick genommen werden. Denn diese konstruieren eigene, dispositive Räume, die auf die Wahrnehmung der Rezipient*innen Einfluss nehmen. Die Geschichte der Horrormedien kennt wiederum etliche explizite (Selbst-)Reflexionen solcher medialer Raumanordnungen. Mediale Horrorräume präsentieren sich außerdem in verschiedenen kulturellen Räumen jeweils unterschiedlich, worauf insbesondere eine kulturvergleichende Perspektive hinweist. Schließlich lässt sich Horror auch auf theoretischer Ebene mit räumlichen Dimensionen zusammendenken; hierzu ist eine Relektüre und Reevaluation theoretischer Ansätze nötig.

Die Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet und adressiert Wissenschaftler*innen aus der Medien-, Kultur-, Film-, Literatur- oder Theaterwissenschaft, der Kunstgeschichte u.a.

Informationen zu Ablauf und Programm

Für eine Teilnahme als Zuhörer*innen melden Sie sich bitte bis zum 13.03.2020 mit einer kurzen Mail an die Organisatoren an: peter podrez@fau.de / martin.hennig@uni-passau.de


Call for Papers: „Archive, Daten, Netzwerke. Methoden zur Erforschung historischer Produktionskulturen“

Workshop

Ausrichter: AG Medienindustrien der Gesellschaft für Medienwissenschaft; Institut für Theater- und Medienwissenschaft, Interdisziplinäres Medienwissenschaftliches Zentrum

Veranstaltungsort: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen)

Datum: Fr. 10.07.20/Sa. 11.07.20

Die Rekonstruktion von Produktionskontexten hat innerhalb der deutschsprachigen Medienwissenschaft lange Zeit ein Schattendasein geführt. Dank der zunehmenden Prominenz der Production Studies, unter dem Eindruck zunehmender industrieller, ökonomischer wie kultureller Globalisierungsprozesse hat die Beschäftigung mit Produktionsprozessen und Produzent*innen aber auch dort an Relevanz gewonnen. Jedoch stellen sich insbesondere bezogen auf die Erforschung historischer Produktionskulturen zugleich methodische und methodologische Probleme ein, vor die verwandte (historisch operierende) Wissenschaftsdisziplinen sich schon länger gestellt sehen: Es geht dabei um Fragen der Rekonstruktionsoptionen vergangener Produktionen, um die prävalente Daten-Selektion in Archiven, Fragen der Quellenkritik, der Zirkularität von Kanones (als impliziter Voraussetzung der Archivierung) nicht minder wie um den per se prekären Status historischer Akteur*innen, Diskursformationen oder Sinnbildungsprozesse. Das Versprechen eines computergestützten distant reading löst sich im Hinblick auf derartige basale medienhistorische Problemhorizonte eben nicht ein, sondern erstere bedürfen nach wie vor systematischer wie epistemologischer Reflexionsprozesse. Es bleibt also zu fragen, inwieweit tradierte Instrumentarien der historiographischen Arbeit mit den neuen Werkzeugen des digitalen Zeitalters umstandslos zu assimilieren oder ob im Gegenteil strukturelle Inkompatibilitäten zwischen Methodik und Instrumenten zu berücksichtigen sind.    

Der dezidiert interdisziplinär angelegte Workshop soll eine solche methodische Reflexionsarbeit anhand historischer case studies und der hierbei zutage getretenen Probleme und Lösungsansätze ermöglichen. Dabei können sowohl abgeschlossene wie auch laufende Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden. Mit der terminologischen Akzentuierung historischer Produktionskulturen soll neben der Ausrichtung auf Rekonstruktion historischer Vorgänge, zum einen, der Fokus auf die diachrone wie synchrone Pluralität medialer/künstlerischer Herstellungsprozesse sowie, zum anderen, auf deren Einbettung in größere (ökonomische, institutionelle, technologische, politische etc.) Kontexte gerichtet werden.

Wir freuen uns über Einreichungen (max. eine Din A4-Seite, Vortragslänge 15-20 Minuten, Vortragssprache Deutsch oder Englisch). Die Deadline ist der 01.04.2020. Einsendungen bitte zusammen mit einer kurzen Bio per Mail an untenstehende Kontakte.       

Kontakt

Prof. Kay Kirchmann (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, kay.kirchmann[at]fau.de)

Dr. Sven Grampp (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sven.grampp[at]fau.de)

Sophia Stiftinger (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sophia.stiftinger[at]fau.de)

 

Promotionsprogramm | Aktuelles Studienangebot online

Das Studienprogramm für die IMZ-Graduate School findet sich ab sofort online [Stand: 09.10.19].

 

Forschungsprojekt Gastmahl | Sammelband erschienen

 

Ein Gastmahl erscheint als vielschichtiges Ensemble ganz unterschiedlicher Genussreize, Aktionen, Vorführungen, Semantiken, Referenzen, Erinnerungsspuren und vor allem und immer wieder medialer Inszenierungen. Das Gastmahl als kulturelle Praxis erweist sich letztlich als so komplex, dass es kaum eingehend und aus Sicht nur einer Disziplin analysiert werden kann – ein Manko bisheriger Forschung.

Der aus dem IMZ-Forschungsprojekt zum Thema Gastmahl hervorgegangene Sammelband "Das Gastmahl. Medien. Dispositive. Strukturen", herausgegeben von Bettina Brandl-Risi und Dirk Niefanger, versucht daher in sechs Modellstudien dem Phänomen aus verschiedenen Fachperspektiven und in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten beizukommen, ohne damit aber eine vollständige Erfassung seines Gegenstandes behaupten zu wollen. Das besondere Augenmerk der Studien gilt dabei der doppelten medialen Involviertheit des Gastmahls: Es wird stets mit unterschiedlichen Medien inszeniert und lenkt damit entscheidend die Aufmerksamkeit; gleichzeitig wird es aber nur als unvollständig medial überliefertes, nicht identisch wiederholbares Ereignis greifbar.

Weitere Informationen finden sich auf der Verlagshomepage.

 

Tagung "Bild und Negativität" | Sammelband erschienen

 

Frisch bei Königshausen & Neumann erschienen: Der Sammelband "Bild und Negativität" (Hg.: Lars Nowak), der aus der vom IMZ und dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft im April 2018 veranstalteten gleichnamigen Tagung hervorgegangen ist.

Ist Bildern selbst die Fähigkeit zur Verneinung inne? Der vorliegende Band widmet sich dieser Frage im Rückgriff auf unterschiedliche Negationsbegriffe und Bildgattungen: Er versammelt vielfältige Ansätze aus Medienwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte, die die Relation von Bild und Negativität aus theoretischen, analytischen und historischen Perspektiven ausloten.

Weitere Informationen finden sich auf der Verlagshomepage.

 

Ankündigung | Ringvorlesung Mondlandungen. Imaginations- und Rezeptionswelten

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli jährt sich das „größte Ereignis aller Zeiten“ (L. Engell) zum fünfzigsten Mal, nämlich die erste bemannte Mondlandung. Aus diesem Anlass veranstaltet das Institut der Theater- und Medienwissenschaft gemeinsam mit dem Interdisziplinären Medienwissenschaftlichen Zentrum (IMZ) und dem Museum für Kommunikation Nürnberg eine Ringvorlesung, in der Vergangenheit und Zukunft, Fakten und Fiktionen, Vorbereitung und Rezeption von Mondmissionen aus diversen medienkulturwissenschaftlichen Perspektiven in den Blick genommen werden.

Verantwortlich: Sven Grampp

Ort: Museum für Kommunikation Nürnberg | Lessingstraße 6 | 90443 Nürnberg | jeweils 19.00 Uhr

Programm

  • 30. April 2019: 2000 Jahre Mondlandung - Sven Grampp
  • 8. Mai 2019: Große – Kleine – Erste Schritte: Fritz Langs „Frau im Mond“, die Weimarer Republik und die Anfänge der Raumfahrt - Michael Zuber
  • 15. Mai 2019: Von Gagarin zu Apollo – (verflochtene) Rezeptionen und Repräsentationen in der Sowjetunion und in Japan - Julia Obertreis / Fabian Schäfer
  • 22. Mai 2019: Weltraumarchitektur. Gedacht – gebaut – gedeutet - Eva Wattolik
  • 5. Juni 2019: Mare Desiderii. Sowjetische Mondfiktionen und Kolonisierungsfantasien - Matthias Schwartz
  • 19. Juni 2019: James Bond, die NASA und der Mond – Verschwörungstheorien zur Mondlandung - Carolin Lano
  • 3. Juli 2019: Afrika und die Mondlandung: Pressestimmen und Erinnerungen - Katrin Bromber
  • 10. Juli 2019: Von Peenemünde bis Peking – die VR China auf dem Langen Marsch in den Weltraum - Marc Matten
  • 17. Juli 2019: Planen, fliegen, siedeln – Mondlandungen im Computerspiel - Peter Podrez
 

Sammelband Parahumane Bilder | Publikationsankündigung

Derzeit wird mit finanzieller Unterstützung des IMZ der Sammelband Parahumane Bilder vorbereitet, der von vier Angehörigen des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft – Carolin Lano, PD Dr. Lars Nowak, Dr. Peter Podrez und Dr. Nicole Wiedenmann – herausgegeben wird und im Februar 2020 im Verlag Königshausen & Neumann erscheinen soll. Das Buch geht von der Beobachtung aus, dass an der Produktion, Reproduktion, Speicherung, Übertragung, Präsentation und Rezeption von Bildern neben menschlichen häufig auch nicht-menschliche Instanzen beteiligt sind. Dazu gehören namentlich 'natürliche' (d.h. physikalische, chemische, biologische), 'naturgesetzliche' (d.h. technische) und 'übernatürliche' (d.h. vermeintlich göttliche) Entitäten, deren vielfältige Verflechtungen mit humanen Akteuren bei an und mit Bildern vollzogenen Operationen ausgehend von analytischen Beispielen, aber zugleich auf vier zunehmend abstrakteren Stufen der Theoretisierung untersucht werden sollen:

Erstens gilt es zu beleuchten, welche konkreten Funktionen nonhumane Instanzen gegenüber Bildern erfüllen und auf welche Weisen sie dabei mit humanen Akteuren zusammenwirken können. Zweitens soll reflektiert werden, unter welchen Bedingungen eine Entität ein Bild derartig stark prägt, dass dieses selbst als 'natürlich', 'naturgesetzlich' oder 'übernatürlich' erscheint, und worin genau die Gemeinsamkeiten der betreffenden Bilder bestehen, die es erlauben, sie zu einer dieser drei Gattungen zusammenzufassen. Drittens ist die Frage zu beantworten, welche Beziehungen zwischen den natürlichen, den naturgesetzlichen und den übernatürlichen Bildern bestehen, die eine Subsumtion unter den Begriff des 'parahumanen Bildes' rechtfertigen. Viertens schließlich soll problematisiert werden, inwiefern das Phänomen der parahumanen Bilder dazu zwingt, den traditionellen, im Alltagsdenken wie auch in der Philosophie häufig anthropozentrischen Bildbegriff zu revidieren, zu erweitern und auszudifferenzieren.

Der Band Parahumane Bilder ist interdisziplinär angelegt und führt Beiträge aus unterschiedlichen mit dem Bild befassten Fächern, nämlich der Medienwissenschaft, der Kunstgeschichte, der Archäologie, der Technikgeschichte und der Philosophie, zusammen.


Promotionsprogramm | Aktuelles Studienangebot online

Das Studienprogramm für die IMZ-Graduate School findet sich ab sofort online [Stand: 11.10.18].

 

Tagung "Bild und Negativität" | Tagungsbericht online 

Zur Tagung "Bild und Negativität", die vom IMZ und dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft vom 04.-06. April 2018 an der FAU ausgerichtet wurde, ist in der Onlineausgabe der Zeitschrift für Medienwissenschaft (ZfM) ein ausführlicher Bericht (Autor: Johannes Bennke) erschienen.


Nachlese | Prof. Dr. Frieder Nake: Georg Nees - Bemerkungen zur Digitalen Kunst

Was ist algorithmische Kunst - und (wann) ist Computerkunst (überhaupt noch) Kunst? Auf Einladung des IMZ widmete sich Prof. Dr. Frieder Nake vergangene Woche dem Erlanger Informatiker Georg Nees (1926-2016), einem Zeitgenossen und Wegbegleiter, um dessen Lebenswerk und Wirken sich eine skizzenhafte Geschichte der digitalen Kunst vom Graphomaten bis zur interaktiven Website entfaltete. Nake, selbst ein Pionier der Computerkunst, sprach über die 'algorithmische Revolution' und Informationsästhetik; er diskutierte die Programmier- und Berechenbarkeit des Zufalls und Fragen nach Kunst und Kunstwert - algorithmisches Denken bedeute, so resümierte er, "so zu denken, wie eine Maschine dächte, wenn sie es nur könnte".

 

Vortragsankündigung | 17. Mai 2018
Prof. Dr. Frieder Nake: Georg Nees - Bemerkungen zur Digitalen Kunst

 

Das IMZ und das Institut für Kunstgeschichte laden herzlich ein zu Prof. Dr. Frieder Nakes Vortrag "Georg Nees kam aus Erlangen. Er hat eine Welt bewegt - Bemerkungen zur Digitalen Kunst". Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 17. Mai 2018, 14.00 Uhr in ITM 204 (Institut für Theater- und Medienwissenschaft, Bismarckstraße 1, Erlangen).

Prof. Dr. Frieder Nake ist Mathematiker, Informatiker und Semiotiker. Er ist seit 1972 Professor für Grafische Datenverarbeitung und interaktive Systeme an der Universität Bremen und lehrt an der Hochschule für Künste in Bremen. Nake beschäftigt sich mit generativer Ästhetik, Algorithmen und Datenstrukturen und der Geschichte der Computerkunst. Zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen, u.a. Ästhetik als Informationsverarbeitung (1974) und Die erträgliche Leichtigkeit der Zeichen. Ästhetik, Semiotik, Informatik (1994).

 

Tagung "Bild und Negativität" | Impressionen

 

 Kayo Adache-Rabe, Lars NowakEmmanuel AlloaEmmanuell Alloa, Ulrich Richtmeier, Jens KabischChristoph ErnstThierry Greub, Jürgen MüllerHans Dieter HuberAlexander Kreische, Kay KirchmannChristoph Poetsch, Michael RottmannChristoph Poetsch, Michael Rottmann, Anna Christina Schütz, Emmanuel AlloaMoriz Stangl Moriz Stangl, Hans Dieter Huber, Christoph Poetsch, Michael RottmannMoriz Stangl, Marta Smolinska

 

Tagung "Bild und Negativität" | Tagungsprogramm online

Aktuelle und weitere Informationen zur Tagung

Veranstalter: Institut für Theater- und Medienwissenschaft und Interdisziplinäres Medienwissenschaftliches Zentrum, FAU Erlangen-Nürnberg
Datum
: 4. bis 6. April 2018
Ort:

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Philosophisches Seminargebäude (PSG)
Raum 00.15
Kochstraße 6a
91054 Erlangen
Kontakt
: PD Prof. Dr. Lars Nowak

Ausführliche PDF-Version mit Abstracts (deutsch)
Extended Version (PDF) with Abstracts (english)

 

Ausgezeichnet | Promotionspreis der Staedtler-Stiftung 2017 für Dr. Nicole Wiedenmann

Das IMZ gratuliert Dr. Nicole Wiedenmann zum Promotionspreis für außerordentliche universitäre Leistungen der Staedtler-Stiftung 2016, der ihr für ihre Dissertation zum Thema Formen und Funktionen der Revolutionsfotografie im 20. Jahrhundert zwischen Dokumentation, Agitation und Memoration (Medienwissenschaft) am 23. Oktober 2017 verliehen wurde (Bericht der FAU).

 

Nachlese | GfM-Jahrestagung 2017: Dispositive des Gastmahls

 GfM-Panel

Vom 04. bis 07. Oktober 2017 fand an der FAU die alljährliche, diesmal vom Institut für Theater- und Medienwissenschaft ausgerichtete Dachtagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) statt, an der sich das IMZ in Form eines gemeinsam konzipierten Panels zum Thema Gastmahl beteiligte.

Dem Tagungsmotto "Zugänge" widmeten sich die vier Vorträge unter den Titeln Nürnberger Friedensmahl 1649 als mediales Ereignis (Prof. Dr. Dirk Niefanger), Wenn Proleten protzen: Das Gastmahl des Trimalchio (Prof. Dr. Boris Dreyer), Der Preis des Zugangs. Inszenierung von Festessen in Duckies "The Class Club" (2006/2007) (Prof. Dr. Bettina Brandl-Risi) und Verschlingen: Kannibalismus und Bibliophagie in Peter Greenaways „The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover” (1989) (Prof. Dr. Kay Kirchmann) dabei auf mehreren Ebenen: Zum einen erörterten sie mit der Frage nach restriktiven oder regulierenden Partizipationsbedingungen, nach Macht und politischen Dimensionen die Möglichkeit praktischer Teilhabe am Gastmahl als gemeinschaftsbildendes Fest. Zum anderen gaben die Fallstudien Einblick in einen dezidiert medienwissenschaftlich ausgerichteten Zugang zum bislang nur wenig erforschten Gegenstand des Gastmahls und rückten dabei dessen flüchtige Medialität als Ereignis, die bedeutungsgenerierenden und wahrnehmungsstrukturierenden Mittel seiner (Aus-)Gestaltung sowie die übergeordnete Frage nach Überlieferung und Repräsentation von Gastmählern in textuellen wie piktoralen Medien in den Fokus. 

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Gastmahls ist Teil des größer angelegten IMZ-Forschungsprojektes zum Fest, in dessen Rahmen Anfang diesen Jahres bereits der Sammelband Medien im Fest – Feste im Medium (Hrsg.: Dr. Sandra Rühr/PD Dr. Eva Wattolik) veröffentlicht wurde (siehe weiter unten). Auch die auf der GfM vorgestellten Arbeiten des IMZ-Forschungsprojekts zum Gastmahl basieren auf dieser Zusammenarbeit und erscheinen demnächst, gemeinsam mit zwei weiteren Fallstudien, in einem Sammelband (Das Gastmahl. Medien. Dispositive. Strukturen; Hrsg.: Prof. Dr. Bettina Brandl-Risi/Prof. Dr. Dirk Niefanger).

 

Promotionsprogramm: Lehrveranstaltungen WS 2017/18

Aktualisiert: Die in diesem Semester für die AbsolventInnen des IMZ-Promotionsprogramms geöffneten Lehrveranstaltungen der beteiligten Fächer finden sich hier online und als PDF.

 

Tagung "Bild und Negativität" | Tagungsankündigung und Call for Papers

Veranstalter: Institut für Theater- und Medienwissenschaft und Interdisziplinäres Medienwissenschaftliches Zentrum, FAU Erlangen-Nürnberg
Datum
: 4.-6. April 2018
Bewerbungsdeadline: 31. Oktober 2017
Kontakt
: PD Prof. Dr. Lars Nowak

Call for Papers als PDF


Bilder sind stärker als andere Darstellungsformen einer ganzen Reihe theoretischer und praktischer Negationen unterworfen, die von moralischen Tabus und politischer Zensur über religiöse Bilderverbote und -stürmereien bis zu philosophischen Verurteilungen reichen. Während zu diesen Zusammenhängen bereits eine große Anzahl von Forschungsbeiträgen vorliegt, ist jedoch weniger gut untersucht, ob Bilder auch selbst negieren können.

Viele Autoren, darunter Sigmund Freud, Nelson Goodman und Niklas Luhmann, geben auf diese Frage eine ihrerseits verneinende Antwort, was oft damit begründet wird, dass Bilder im Unterschied zu sprachlichen Sätze keinen propositionalen Gehalt besäßen, auf den sich Negationen anwenden ließen. Dem stehen jedoch Positionen gegenüber, die dem Bild durchaus die Fähigkeit zur Negation zusprechen. Diese Auffassung lässt sich vor allem dann vertreten, wenn man entweder einen breiten Begriff des Bildes, der auch dessen Interaktion mit und Integration von anderen Darstellungsmodi einbezieht, oder einen breiten Begriff der Negation vertritt, der diese nicht auf eine logische (und damit verbale) Operation verkürzt, sondern auch andere negative Phänomene, wie die Exklusion, die Inversion oder die Opposition, berücksichtigt.

Aus phänomenologischer Sicht stellt sich die Verneinung sogar nicht bloß als eine mögliche Option, sondern als ein notwendiges Konstituens des Bildes dar. Denn erstens sind Bilder spatial und im Fall zeitbasierter Bildmedien auch temporal begrenzt, was vor allem bei indexikalischen Bildern eine Ausgrenzung alles dessen impliziert, was nicht abgebildet wird. Zweitens ist jedes Bildobjekt sensorisch auf die Sichtbarkeit reduziert, was im Fall realer Gegenstände bedeutet, dass Bilder – zumindest direkt – weder nicht-visuelle Eigenschaften von Gegenständen noch überhaupt nicht-visuelle Entitäten darstellen können. Drittens tritt neben diese partielle insofern eine totale Abwesenheit, als alle gegenständlichen Bilder Objekte repräsentieren, die selbst absent sind. Und da Bilder aufgrund einer nicht selten anzutreffenden Ähnlichkeit mit ihren Objekten mit diesen verwechselt werden können, ist das Bewusstsein der Nicht-Identität von Objekt und Zeichen für ein angemessenes Verständnis des Letzteren bei Bildern wichtiger als bei nicht-ikonischen Zeichen wie jenen der Sprache.

Diese notwendigen werden wiederum um mögliche Negationen ergänzt. So können Bilder auch von bestimmten optischen Eigenschaften eines abgebildeten Objektes oder von einem Teil ihrer eigenen Eigenschaften absehen. Sie können fiktional, phantastisch oder abstrakt sein und damit die Wirklichkeit ihres Signifikats, dessen Möglichkeit oder sogar das Signifikat selbst negieren. Wie die Gestalttheorie, die Rezeptionsästhetik und die kognitive Erzähltheorie gezeigt haben, gesellen sich zur Abgrenzung des Bildes von einem Außerhalb Leerstellen innerhalb des Bildfeldes selbst. Diese entstehen vor allem dann, wenn im Betrachter bestimmte Erwartungen geweckt und zugleich enttäuscht werden, was mit einzelnen Bildern ebenso wie mit Serien mehrerer Bilder zu erreichen ist. Zu einem Mittel der Negation können Relationen zwischen mehreren Bildern auch dann werden, wenn diese nicht demselben Werk, sondern unterschiedlichen Werken angehören. Als Verneinungen lassen sich nämlich all jene interpiktoralen Bezugnahmen deuten, bei denen das Nachbild das Vorbild in einem starken Maße transformiert, wie es insbesondere bei der Parodie, der Travestie und der Persiflage der Fall ist. Dabei können auch unterschiedliche Kulturen, Typen und Medien von Bildern miteinander konfrontiert werden. Schließlich weisen auch bestimmte Bildtypen und -medien selbst besondere Affinitäten zur Negation auf. Das sind im ersteren Fall Pikto- und Diagramme, die auf in- oder externe Weise nummerische, verbale oder andere konventionelle Symbole einbeziehen, und im letzteren Fall technische Bildmedien, nämlich die analoge Photographie mit dem Positiv-Negativ-Verfahren, der Film mit der Abhängigkeit des Bewegungseindrucks von der Trennung der Einzelkader durch Dunkelheit sowie das digitale Bild mit der Null in Abgrenzung von der Eins.

Der Erörterung der Frage, ob und, falls ja, wie Bilder negieren können oder sogar müssen, dient die Konferenz Bild und Negativität. Hierfür werden Beiträge aus der Medienwissenschaft, der Kunstgeschichte, der Wissenschaftsgeschichte und der Philosophie gesucht, die sich des Themas aus einer theoretischen, analytischen oder historiographischen Perspektive annehmen. Dabei können unter Rückgriff auf unterschiedlichste – etwa logische, epistemologische, semiotische, dialektische oder narratologische – Methoden alle erdenklichen Gattungen von Bildern betrachtet werden, zu denen beispielsweise Comics, Filme und Photographien ebenso wie Gemälde, technische Zeichnungen und Funktionsgraphen gehören. Die Übernachtungskosten trägt der Veranstalter. Die Ergebnisse werden in einem Tagungsband dokumentiert werden. Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden um die Zusendung von Abstracts von 2.000-2.500 Zeichen für einen 30-minütigen Vortrag an PD Prof. Dr. Lars Nowak (lars_nowak@gmx.net) bis zum 31. Oktober 2017 gebeten.


PD Prof. Dr. Lars Nowak
Juniorprofessur für Medienwissenschaft
Institut für Theater- und Medienwissenschaft
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Bismarckstraße 1
91054 Erlangen
Tel.: 09131 8522911
Email: lars.nowak@fau.de

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